Take Five: Neuheiten vom Bar Convent | FOODBARN
Foodbarn Logo
Foodbarn Logo

Die Welt der Spirituosen ist unendlich, immer dabei sich weiterzuentwickeln und furchtbar vielseitig. Das zeigte sich auch wieder bei der Messe aller Messen für die Bar- und Getränkeindustrie, beim Bar Convent in Berlin. Während Gin weiterhin in allen Formen und Farben boomt, holt Whisky auf und auch traditionsreiche Spirituosen wollen mitspielen. Ein Blick auf die Getränke, die bald in jeder Bar stehen könnten.

 

1. Moderner Whisky aus Dublin: Roe & Co.

Bei Whisky denken viele an schottische oder irische Wiesen, alte Holzfässer, mürrische Whiskybrenner und dunkle Bars. Kaum verwunderlich, denn viele Whiskysorten transportieren auch designtechnisch bewusst das Gefühl von Tradition und Handarbeit. Während bei Gin mit verschiedensten Flaschenformen und -farben experimentiert wird, hält man sich bei der Whiskyvermarktung lieber an das Altbewährte. Ein bisschen Bewegung gibt es jetzt aber doch. Der Whisky Roe & Co. ist seit diesem Jahr auf dem Markt und traut sich ein modernes Design. Die Flasche erinnert eher an einen Gin, die Logogestaltung ist minimalistisch gehalten, keine Verschnörkelungen zu finden. Hergestellt wird der Irish Whiskey-Blend, dessen Name an George Roe, den Pionier des irischen Whisky erinnern soll, in der St James’s Gate Distillery, ehemals ein Kraftwerk, in Dublin. Der Roe & Co. funktioniert sowohl “on the rocks” als auch in Cocktails. Mit seinem Design läutet er eine neue Zeit ein: Schon lange wird Whisky nicht mehr nur vorm Kaminfeuer getrunken, sondern ist in der modernen Bar angekommen. Sláinte!

Mehr Infos

Dublin: Roe & CO

2. Gin mit Kräutern aus den Botanic Gardens in London: Kew Organic Gin

Das Lied vom Gin ist immer noch nicht zu Ende gesungen – vor allem nicht in London. Hier produziert man kräftig weiter. The London Distillery Company (TLDC) verkauft seit 2011 ihren eigenen Dodd’s Gin und achtet seit jeher auf Bio-Zutaten und Nachhaltigkeit. Für den Kew Organic Gin hat sich TLDC mit den Botanischen Gärten im Londoner Stadtteil Kew zusammengefunden, die Royal Botanic Gardens, die Weltkulturerbe sind. Heiligenkraut, Rosmarin und Lavendelblüte stammen von dort. Geplant ist, einen ganzen “Gin Garden” in den Gärten anzulegen. Das Design der Etiketten ist an die Botanik angelehnt, blumig und verspielt. Mehr London in einem Gin geht wohl kaum. Die Gärten in Kew stehen Drinks allgemein sehr interessiert gegenüber, erst dieses Jahr brachte die Institution ihr eigenes Buch über Getränkerezepte mit Obst und Kräutern heraus, Kew Gardens – Tees, Tonics und Cocktails.

Mehr Infos

Otto’s Athens Vermouth

3. Wermut aus Athen: Otto’s Athens Vermouth

Der Wermut hat sich in den vergangenen Jahr wieder unter die cool kids der Spirituosenwelt gemischt, Negroni-Fans und deutschen Marken wie Belsazar sei Dank. Der “starke Wein”, der ursprünglich in Italien und Frankreich zu Hause ist, wird mittlerweile auch in der heimlichen Bar-Trendstadt Athen – immerhin zwei Bars unter den World’s Best 50 Bars – produziert. Otto’s Athens Vermouth heißt das gute Stück, benannt nach König Otto, für den 1850 der erste griechische Wermut hergestellt wurde. Damalige Zutaten: Wein aus der Attika-Region, griechische Kräuter, Rosenblüten und Zitrusfrüchte. Auch für den heutigen Otto’s kommen Wermut, Rosenblüten, Olivenbaumblätter, Oregano, Thymian, Zitrusfrüchte und Vanille zum Einsatz. Hinter der Wiedergeburt steckt das Team rund um den Bartender Vasilis Kyritsis, Mitbetreiber des The Clumsies.

Geschmacklich erinnert der Otto’s stark an einen süßen Rosé, deutlich leichter und weicher als manch anderer Wermut. Fehlt nur noch ein griechischer Sommer dazu.

Mehr Infos

Otto’s Athens Vermouth

4. Lakritz-Likör aus Finnland: Salmari

Wer schon mal im Norden Europas war, weiß um die Lakritz-Sucht der Dänen, Finnen und Schweden. Lakritzkaugummi, Lakritzschokolade, sogar Lakritzzahnpasta gibt es dort zu kaufen. Kein Wunder also, dass die Liebe auch beim Alkohol nicht aufhört, Lakritzlikör (Salmiakki Koskenkorva) ist ein klassischer Partyschnaps. Spätestens seit Kettenfett und Dirty Harry haben wir auch in Deutschland davon gehört, jetzt gesellt sich noch eine weiter Marke unter die Lakritz-Liköre: Salmari, von einer holländischen Firma in die Welt gesetzt, produziert in Finnland. Eine gefährlich süße Spirituose, der Alkohol ist kaum zu schmecken, obwohl der Anteil bei 25% liegt. Ob Lakritzschnaps bald zum guten Ton in jeder Bar gehört? Schwierig. Deutsche lieben oder hassen Lakritze – dazwischen gibt es nicht.

Mehr Infos

Salmari

5. Cooler Korn aus Deutschland: Vollkorn

Das Gerücht, dass Korn der nächste Gin werden könnte, geht schon länger herum. So richtig von seinem Dorf-Saufgelage- und At-Herren-Image kommt der Weizenbrand aber nicht weg. Dabei versuchen sich immer mehr Brennereien an der urdeutschen Spirituose. Auch die Winzersöhne Maximilian und Sebastian Schmidt vom Weingut Schmidt, das seit Generationen Obst zu Schnaps brennt, will Korn revolutionieren. Ihren Vollkorn wollen sie gleichauf mit Gin oder Wodka sehen, als fester Bestandteil des Barschrankes. Gebrannt aus Getreide aus der Gegend, in schicke Apotheker-Fläschchen abgefüllt und ein Unternehmen in Familienhand: das ist sympathisch. Pur schmeckt der Korn weich und ein bisschen nach frischer Brotkruste. Vielleicht geht da doch noch etwas.

Mehr Infos

Hier findet ihr weitere interessante Beiträge zum Thema DRINKS, TRENDS UND CO.

Vollkorn

Zu finden unter

  • mehr Artikel