10 Fakten über den Negroni | FOODBARN
Foodbarn Logo
Foodbarn Logo

Wenn sich ein Getränk gerade zum beliebtesten Aperitif mausert, dann wohl der Negroni. In Italien gehört er auf jede Drink-Karte, hierzulande fragen sich immer noch viele, was sich hinter dem Namen verbirgt. Wir haben die interessantesten Fakten für euch zusammengefasst.

Text/Bilder: Milena Zwerenz

Hier geht’s zu unserem Negroni-Rezept.

1. Der Vorläufer von Negroni ist der Americano

Der Americano, auf dem der Negroni basiert, besteht aus Campari, süßem Wermut und Club Soda. Anfang des 20. Jahrhunderts lag das Getränk in Italien voll im Trend, ging aber lange Zeit als Milano-Torino (bestehend zu gleichen Teilen aus Campari und rotem Wermut, benannt nach den jeweiligen Regionen: Campari aus Mailand, Cinzano aus Turin) über die Theke. Erst als immer mehr Amerikaner in die Gegend kamen und den Drink mit Soda bestellten, entwickelte sich daraus der Americano, wie wir ihn heute kennen. Graf Negroni ersetzte Soda wiederum durch Gin, geboren war der Negroni.

2. Der Negroni ist offiziell ein Aperitif

Der Negroni steht auf der offiziellen Cocktailliste der International Bartenders Association (IBA) als “Before Dinner Cocktail”. Das Originalrezept bleibt bis heute: 3 cl Gin, 3 cl Campari, 3 cl süßer roter Wermut. Alle Zutaten in ein Old-Fashioned-Glas, das mit Eis gefüllt ist, geben und mit einer Orangenscheibe (!) garnieren.

3. Ein „wahrer Negroni“ enthält Campari

Dass der Negroni trotz seiner relativ starken Komponenten so rund schmeckt, liegt an der harmonischen Zusammensetzung. Der Gin sorgt mit seinen Botanicals für Aroma, der Wermut bringt Süße und Würze, der Campari verleiht dem Drink seine Bitterkeit. Gary Regan stellt in “The Negroni: Drinking to La Dolce Vita, with Recipes & Lore” treffend fest: “Kein Mitglied des Trios dominiert, alle haben etwas zu sagen. Der Negroni ist Demokratie.” Während bei den Gin- und Wermutsorten gerne variiert wird, bleibt der Campari fester Bestandteil eines “wahren Negronis”.

Schall und Rauch Negroni Belsazar
Der Schall und Rauch Negroni ist eine spektakuläre Variation des Aperitifs. Hier geht’s zum Rezept.

4. Namensgeber für den Drink ist Graf Negroni

Die Legende besagt, dass der erste Negroni-Drink vom gleichnamigen Grafen Negroni 1919 in dessen Lieblingsbar “Caffé Casoni” in Florenz bestellt wurde. Dieser – ein gebürtiger Italiener, der viel in den USA herumgereist war und eine Vorliebe für gute Partys hatte – wollte seinen Americano, anders als sonst, “un po’ più forte“, also etwas stärker. Barkeeper Fosco Scarselli mixte ihm daraufhin das Getränk mit Gin statt Sodawasser, garniert mit Orangen- statt Zitronenzeste.

5. Der Geburtsort des Negroni existiert heute noch

Das historische “Caffè Casoni” in der Via della Spada, Florenz, heißt heute “Caffè Giacosa” und gehört Modedesigner Roberto Cavalli, der es 2002 wieder herrichten ließ. Aktuell kann man dort leider keinen Negroni trinken: Im Juli 2017 wurde dessen Schließung bekannt gegeben. Wie es weitergeht, ist noch unklar.

6. Kaum jemand kennt sich so gut mit Negroni aus wie ein Florentiner Barkeeper

Die Person, die sich am besten mit der Geschichte des Negroni auskennt, arbeitet aber weiterhin in der Nähe: Luca Picchi ist Barchef im “Caffè Rivoire” um die Ecke und hat für sein Buch “Sulle tracce del conte. La vera storia del cocktail ‘Negroni’“(“Auf der Spur des Grafen: Die wahre Geschichtes des Negroni-Cocktails”) Familienarchive, Zeitungsakrtikel und zahlreiche alte Dokumente gewälzt.

negroni-mzwerenz-1
1920 wurde ein Americano erstmals mit Gin gestreckt – auf Wunsch des Grafen Camillo Negroni.

7. In Mailand trinkt man „falschen Negroni“

In Mailand trinkt man gerne auch “Negroni Sbagliato”, “falschen Negroni”, eine seichte Variante mit Prosecco statt Gin. Das beliebte Getränk basiert wohl auf einem glücklichen Zufall: 1972 goss Mirko Stocchetto in der Mailänder “Bar Basso” aus Versehen Schaumwein statt Gin in einen Negroni.

8. Die Abwandlungen des Originals heißen weißer Negroni, Tegroni und Negroski

Mittlerweile gibt es aber noch viele weitere Negroni-Kreationen, seit 2002 etwa den vom Londoner Barkeeper Wayne Collins entwickelten weißen Negroni mit Gin, Lillet Blanc (weißer Wermut) und Suze, einem bitteren Enzianlikör, garniert mit Zitronenzeste. Weitere Variationen: Der Boulevardier enthält Bourbon statt Gin, beim Tegroni kommt Tequila in die Mischung, in den Negroski gehört Wodka.

9. Einmal jährlich findet die „Negroni Week“ statt

Deutlich Bekanntheit erlangte der Negroni auch durch die seit 2013 jährlich stattfindende “Negroni Week”, an der Tausende Bars in aller Welt teilnehmen. Die Idee dahinter: Die Bars verkaufen jeweils ihre eigenen Variante des Cocktails, den Gewinn spenden sie für einen guten Zweck. Veranstaltet wird das Ganze vom bekannten italienischen Likörhersteller Campari und der Getränkezeitschrift “Imbibe”.

10. Der Negroni ist weltweit beliebt

Jedes Jahr befragt das Onlinemagazin “Drinks International” über hundert Bars, welches die zehn sich am besten verkaufenden Cocktailklassiker sind. Der Negroni hält sich bereits seit mehreren Jahren auf Platz 2 der Liste “The World’s Best-Selling Classic Cocktails“, getoppt wird er nur noch vom Old-Fashioned (hier unser Rezept).

Auf unserer Übersichtsseite findet ihr weitere ARTIKEL MIT INTERESSANTEN FAKTEN aus der Welt der Kulinarik. Lust auf mehr Drinks? Hier entlang für leckere DRINK-REZEPTE. Oder fehlt zum Negroni noch das passende italienische Gericht? Hervorragende ITALIENISCHE REZEPTE gibt’s bei uns natürlich auch.

negroni-mzwerenz-5-kopie
Die harmonische Zusammensetzung der Komponenten sorgt für einen runden Geschmack des Negronis.

Zu finden unter

Darf's ein bisschen mehr sein?

Anzeigen