10 Fakten über Champagner | FOODBARN
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Am 4. August ist Tag des Champagners. Ob als Siegerdusche, Taufwasser oder prickelnde Erfrischung, der Exklusivste aller Schaumweine ist schon seit Jahrzehnten der Inbegriff von Feierlichkeit und ausgelassener Stimmung. Kein Wunder also, dass ihm der kulinarische Rahmenkalender einen eigenen Ehrentag zuweist. Pünktlich dazu haben wir zehn Fakten für euch zusammengefasst, mit denen ihr beim nächsten Champagnerempfang auf jeden Fall glänzen könnt.

Text: Svanja Zirkel

1. Exklusivität beginnt beim Namen

Mit dem Namen “Champagner“ darf sich nicht jeder dahergelaufene Schaumwein schmücken. Den muss er sich verdienen und zwar durch Anbau, Ernte und Kelterung in der Region Champagne im Nordosten Frankreichs. Alles andere ist laut deutschem Lebensmittelrecht schlicht und einfach Sekt.

2. Eine Laune der Natur

„Champagne“ (lat. Campania) bedeutet übersetzt „unfruchtbares Feld“ – also Land, welches nur noch als Weide für Kühe und Schafe zu gebrauchen ist. Komisch also, dass diese unfruchtbaren Felder schon seit der Römerzeit genau die Traubensorten hervorbringen, welche 1662 schließlich zur Geburtsstunde des Champagners führten. So eine Abfälligkeit ließ die Natur eben nicht auf sich sitzen und hat, gewitzt wie sie ist, das Gegenteil bewiesen.

Champagne Vineyards at sunset Montagne de Reims, France
So sieht es aus, wenn „unfruchtbare Felder“ zu Großem fähig werden: Das Weinbaugebiet für Champagner in Montagne de Reims.

3. Strenge Regeln

Kein anderes Getränk unterliegt so strengen Herstellungsvorschriften wie der Champagner. Als Rebsorten sind nur Spätburgunder, Schwarzriesling und Chardonnay zugelassen. Auch der Höchstertrag pro Liter ist begrenzt: Für 102 Liter Most müssen exakt 160 Kilogramm Trauben verwendet werden und sogar der Abstand der einzelnen Traubenpflanzen ist schriftlich vorgegeben. Außerdem müssen alle Trauben per Hand geerntet werden und nach dem Keltern mindestens drei Jahre lang mit einer speziellen Mischung aus Zucker und Hefe gären. Schaumweinwächter unterschiedlichster Stelle überprüfen regelmäßig, ob diese Regeln auch eingehalten werden und verteilen sonst rote Karten und Einträge ins Hausaufgabenheft!

4. Woher kommt die Wölbung im Flaschenboden?

Was im Fachjargon „culot de bouteille“ heißt, ist nicht etwa dazu da, das Eingießen zu erleichtern. So wie Diamanten entstehen auch die wunderschön prickelnden Perlen des Champagners nur unter Druck und genau dem soll die Wölbung entgegenwirken. Denn durch sie wird der Druck, der während der zweiten Gärung entsteht, vom Flaschenboden auf die Flaschenwände übertragen und so besser verteilt. In einer gut gekühlten Flasche kann dieser bis zu 4 Bar betragen und im äußersten Falle auf bis zu 15 Bar ansteigen. Das entspricht dem Wasserdruck in gut 150 Metern Tiefe. Dazu muss der Champagner allerdings eine Temperatur von ca. 40 Grad Celsius haben und gut geschüttelt worden sein.

5. Vorsicht, Korken!

Nach dem Entfernen des Drahtgestells, auch Agraffe genannt, gibt es für das CO2 im Flaschenhals kein Halten mehr. So kann es vorkommen, dass der Korken mit einer Spitzengeschwindigkeit von 40 bis 50 km/h herausschießt. Das birgt Gefahr: Schon so mancher Verkehrsunfall ereignete sich durch umherfliegende Champagner-Korken und sogar ein Flugzeug musste nach dem sprudelnden Öffnen einer Flasche des edlen Tropfens notlanden, weil der Korken die Decke getroffen und so die Sauerstoffmasken ausgelöst hatte.

bottle of champange on table exploding cork
Der Korken einer Champagner-Flasche kann schonmal mit einer Spitzengeschwindigkeit von 40 bis 50 km/h herausschießen.

6. Das Öffnen ist eine Showeinlage

Aber natürlich öffnet der echte Champagner-Profi seine Flasche nicht einfach, er sabriert sie. Das bedeutet er schlägt spektakulär den Flaschenkopf samt Korken ab. Dafür gibt es selbstverständlich auch das richtige Werkzeug! Wer es schafft, den Flaschenhals mithilfe des Champagnersäbels sauber abzutrennen, erntet nicht nur begeisterte „Ohs und Ahs“ – er darf den Flaschenkopf auch als Trophäe mit nach Hause nehmen.

Wie das Ganze aussehen kann, zeigt das folgende Video. Und im Dunstkreis dieses Videos lassen sich alternativ zum Champagnersäbel auch Sabrier-Methoden mit einem Löffel oder iPhone finden.

7. Prickelnder Schatz der Tiefsee

2010 bargen Taucher aus einem Schiffswrack in der Ostsee zwischen Schweden und Finnland den ältesten Champagner der Welt. Die 30 Flaschen stammen aus den 1780er Jahren und sind immer noch trinkbar. Das wäre allerdings ein teurer Spaß. Denn jede der Flaschen hat heute einen stolzen Wert von etwa 53.000 € und wird wohl eher einen Platz in einer Vitrine erhalten als ihren Inhalt in ein Glas zu ergießen.

8. Der Teelöffel-Mythos

Auch wenn viele darauf beharren: Der technische Dienst des „Comité Interprofessionnel du Vin de Champagne“ hat wissenschaftlich bewiesen, dass ein Teelöffel, selbst wenn er aus Silber ist, das langsame Entweichen der Kohlensäure aus bereits geöffneten Champagnerflaschen nicht verhindern kann. Aber unter uns – wann bleibt schon mal Champagner übrig?

Young adult friends toasting champagne flutes at party
Wie geöffneter Champagner auch noch nach der Party prickelnd bleibt, muss nun wirklich niemand wissen – denn wann bleibt Champagner schon übrig?

9. Champagner macht schlau

Einer Studie der britischen „University of Reading“ zufolge stimulieren ein bis drei Gläser Champagner pro Woche das Kurzzeitgedächtnis und beugen somit dem Auftreten degenerativer Hirnerkrankungen wie Demenz und Alzheimer vor.

10. In Zahlen

Pro Jahr werden ungefähr 385 Millionen Flaschen Champagner hergestellt, von denen die Franzosen allein schon mehr als die Hälfte selbst trinken (185 Millionen Flaschen). Jeder Franzose, vom Teenager bis zum Greis, genehmigt sich statistisch gesehen 2,86 Flaschen Champagner pro Jahr. Der Rest wird exportiert. Unter den wichtigsten Abnehmern sind Großbritannien (28 Mio. Flaschen), die USA (23 Mio. Flaschen) und Japan (13 Mio. Flaschen). Der Champagnerkonsum in Deutschland ist dagegen mit nur 0,22 Flaschen pro Person und Jahr eher bescheiden.

A couple enjoying raw oysters
Die Hälfte des produzierten Champagners trinken die Franzosen gleich selbst – wenn auch ihr den guten Tropfen mit Austern genießen wollt, könnt ihr über einen Klick auf das Bild erfahren, wie sich die Muscheln öffnen lassen.

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