Weinkolumne - Tief im Glas: Viña Zorzal Garnacha 'Malayeto' Navarra 2014 | FOODBARN
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35 Jahre alte Reben auf 512 Metern Höhe ergeben den Viña Zorzal Garnacha ‘Malayeto’ Navarra 2014. In eine rubinrote Robe gekleidet, erzählt er auch geschmacklich von seiner Herkunft. Ein Garnacha-Wein mit Charakter und Komplexität.

Text: Karl Lysander

Sinnsuche, Spiritualität, Herausforderung – es gibt viele Gründe, einen der berühmtesten Wanderwege der Welt zu gehen, früher wie heute. Und während sich angehende Pilger in der Vorbereitung auf den Jakobsweg mit regenfester Ausrüstung beschäftigen, denken wir schon weiter: Gediegene Abende nach den täglichen Strapazen! So windet sich der Pfad auch durch eine der wichtigsten Weinregionen der iberischen Halbinsel. Zwischen Wüsten und Halbwüsten ist der Boden der D.O. Navarra Mutter bester Trauben und spätestens seit Ankunft der Römer verantwortlich für (wohl etwas längere) Pausen der Pilger in einer der vielen Bodegas. Die besten Weine der Region können sich mit den Spitzenweinen aus dem Rioja messen, für die allerdings meist mehr Taler auf den Tisch gelegt werden müssen. Der mit Bestnote versehene 2014er ‘Malayeto’ aus roten Garnacha-Trauben belegt diese These.

Was ist in der Flasche?

100% Garnacha, eine robuste Traube, die sich schon seit Jahrzehnten in der Region behaupten kann. Mit einem Durchschnittsalter von 35 Jahren ergeben die Rebstöcke nur Mini-Erträge, die es jedoch in sich haben. Handgelesen werden sie spontan mit wilder Hefe fermentiert, um nach einem eher kurzen Ausbau in Eichenfässern rubinrot und würzig Auge und Ohr beglücken. Der Guía Peñín, Spaniens bedeutendster Weinführer, begründet seine 93/100 vergebenen Punkte mit einem ausgewogenen Bouquet, das reife Früchte, cremige Eiche und mineralische Aspekte offeriert. Der saftige und schmelzige Geschmack wird im Finale durch eine weitere mineralische Note ergänzt, die den Hochlagen-Garnacha so einzigartig macht.

Welche Anekdote erzählt der Wein?

Zum Alter der Reben würde wohl auch ein antiquierteres Auftreten passen. Nicht aber mit den jungen Überfliegern der Bodega Viña Zozal. So legte Vater Antonio Sanz 1989 den Grundstein für einen Traum, der von seinen Söhnen Iñaki, Xabier und Mikel bis heute verwirklicht wird. Als echte Weinfreaks erweiterten die Brüder 2007 das Portfolio und die Weinberge. Investitionen und gutes Marketing trugen ihr übriges zum heutigen Erfolg bei. Das Anliegen ihres Vaters, heimische Rebsorten zu retten, prägte ihre Philosophie, nach der Wein mit dem Weinberg beginnt. So bleiben Garnacha- und Graciano-Weine trotz zusätzlichem Engagement in der Rioja-Region die Helden von Viña Zorzal.

Wann schmeckt der Wein besonders gut?

Natürlich muss dem Genuss des Malayeto nicht erst eine strapaziöse Wanderung voraus gehen. Im Gegenteil: Tatsächlich sollte er sowohl den Ansprüchen eleganter Genießer wie auch denen einer Großfamilie entsprechen können. Gern auch etwas abseits der spanischen Tradition mit mexikanischen Tacos, die in klassischer Barbecue-Manier mit Pulled Pork und Guacamole serviert werden (Das Rezept dazu zeigen wir hier in diesem Video).

Wer freut sich besonders darüber?

Was den Pilgern täglich zusagte, sei auch allen anderen Weinliebhabern empfohlen. Die Traube, aus der oftmals fruchtiger Roséwein gewonnen wird, ergibt unter extremen klimatischen Bedingungen den gehaltvollen Rotwein, der er in diesem Fall ist.

In drei Worten

Navarras würziger Rubin

Details

Jahrgang: 2014

Rebsorte: Garnacha

Alkoholgehalt: 14%

Region: Navarra, Spanien

Winzer: Viña Zorzal

Ausbau: 9 Monate Barrique

Erhältlich bei Wine In Black.

Mehr Hintergrundwissen zu Wein und Bier findet ihr in unserer Reihe
TIEF IM GLAS.

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Viña Zorzal Garnacha ‚Malayeto‘ Navarra 2014

 

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