Bierkolumne - Tief im Glas: Klosterbrauerei Weißenohe 'Barrique Klosterbier' | FOODBARN
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Jahrhundertelange Tradition, Menschen, die ihr Handwerk kennen und Methoden, die nicht nur einem edlen Wein zugute kommen: Das Barrique Klosterbier sorgt für Abwechslung zum üblichen Supermarktbier und stimmt vor allem Feinschmecker vergnüglich.

Text: Alex Saalmann

Wie kann das Craftbeer aus Amerika kommen, wenn „craft“ doch Inbegriff der handwerklichen Arbeit uralter Klosterbrauereien ist und Amerika noch nicht einmal entdeckt wurde? Nun gut, was in Amerika seinen Anfang nahm, wohnte in Anbetracht der Philosophie auch schon den brauenden Mönchen inne. Diese waren ursprünglich auf der Suche nach einem nahrhaften Getränk, dass sie ohne allzu knurrenden Magen durch die Fastenzeit brachte. Bis zu fünf Litern täglicher Biergenuss soll den Mönchen erlaubt gewesen sein. Von möglicher Trunkenheit mal abgesehen, hatten sie zumindest sehr viel Zeit, sich mit der Wissenschaft der Braukunst auseinanderzusetzen. Die Klosterbrauerei Weißenohe bringt dieses Jahrhunderte alte Wissen mit einer Kunst zusammen, die sonst nur Weine veredelt – das Ergebnis darf sich sehen lassen: Das Barrique Klosterbier!

Was ist in der Flasche?

Flüssiges Gold, das erst nach dem bayrischen Reinheitsgebot von 1516 gebraut wurde, um dann aber – und jetzt kommts – wie ein guter Wein vor dem Abziehen in Eichenfässern gelagert wird. Dank des Barrique-Ausbaus erhält das Bier seine Würze, schmeckt voll, kräftig und reif. Etwas Rauchiges umspielt die wohlige Malz-Note, edler Geschmack, der sich natürlich auch auf die edlen Bio-Zutaten zurückführen lässt.

Welche Anekdote erzählt das Bier?

Man könnte ja meinen, dass der Auftritt im Tongefäß Anlass zu reichlichen Anekdoten gibt. Warum das Bier nicht behandeln wie einen guten Wein, der gern zum Sinnieren anregt und wohl schon oft dazu verhalf, die großen Fragen des Lebens – zumindest im Ansatz – zu klären? Worüber wir uns sicher sein können, ist dagegen die traditionsreiche Vergangenheit des Klosterbiers. So gehören Mönche und Bier, also das Kloster und die Brauerei, einfach zusammen. Das fränkische Benediktinerkloster Weissenohe folgte dieser fast kosmischen Vereinigung seit mehr als zehn Jahrhunderten, bis heute. Zwar brauen mittlerweile keine Mönche mehr – das spezifische Wissen wird jedoch auch bei Familie Urban Winkler seit fünf Generationen weitergegeben. So wird auch bei den Zutaten auf Regionalität gesetzt: Hopfenbauern arbeiten in der Nachbarschaft und das Brauwasser entspringt der fränkischen Schweiz.

Wann schmeckt das Bier besonders gut?

Im sonnendurchfluteten Biergarten mit fröhlich daher redenden Freunden oder bei einem lauschigen Picknickausflug ins Grüne. An beiden Orten darf dann aber auch nicht ein weiterer typischer Bestandteil der Brotzeit fehlen: Obazda! Der mittlerweile über die Landesgrenzen hinaus beliebte Käseaufstrich passt zum Klosterbier, wie die Faust aufs Auge. Der bayrischen Tradition zur Folge empfiehlt sich selbstverständlich eine Brezel. Wer bei solchen Kombinationen immer noch nicht an göttliche Fügung glaubt, ist selbst Schuld.

Wer freut sich besonders darüber?

Feinschmecker und Feierabendbiertrinker gleichermaßen. Was für den einen die wissenschaftlich fundierte Suche nach schmackhafter Vollendung ist, kündigt sich beim anderen als willkommene Abwechslung zum gewohnten Supermarkt-Repertoire an. Schon von außen rustikal und vielversprechend, sollte gerade die besondere Herstellungsweise jeden dem Bier nicht ganz Abgeneigten zum Probieren im weithalsigen Glas bewegen. Wohl bekomms!

In drei Worten

Klösterlich-edle Angelegenheit

Details

Alkoholgehalt: 5%

Region: Franken

Winzer: Klosterbrauerei Weißenohe

Ausbau: Barrique

Erhältlich ist das Bier bei Wine in Black.

Mehr Hintergrundwissen zu Wein und Bier findet ihr in unserer Reihe
TIEF IM GLAS.

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