Glühwein-Rezept zum Selbermachen in fünf Schritten | FOODBARN
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Zutaten

Portionen

 

Ziehzeit: 60 Minuten
Zubereitungszeit: 10 Minuten

Finger weg vom fertigen Glühwein aus dem Supermarkt! Für nur wenig Geld und mit den richtigen Zutaten lässt sich im Handumdrehen der perfekte Glühwein zaubern. Weihnachten kann kommen!

Der österreichische Koch und Diplom-Sommelier Bernhard Moser arbeitet seit über 20 Jahren in den Küchen und Weinkellern der Welt. Hier verrät er, wie man ohne großen Aufwand an einen Glühwein kommt, der geschmacklich Lichtjahre von dem entfernt ist, was man im heimischen Supermarktregal findet. Kleine Warnung vorab: Das Befolgen dieser fünf Gesetze könnte darüberhinaus auch den Genuss von Glühwein auf dem nächsten Weihnachtsmarkt empfindlich beeinträchtigen.

Text: Bernhard Moser

1. Der Wein ist wichtig

Bitte nicht den für 1,50 EUR pro Liter, aber auch nicht den für zehn Euro kaufen. Es eignen sich halbtrockene Rotweine wie zum Beispiel Dornfelder. Normalerweise untrinkbar, aber für Glühwein perfekt.

2. Die Gewürze

Nicht die Zimtstangen nehmen, die Sie von Oma geerbt haben. Die Frische der Zutaten ist wichtig! Bitte Zimtstangen (zwei pro Liter), zwei Körner Piment, drei Sternanis, fünf Nelken und für den Luxus (optional) bei einer Vanilleschote das Mark auskratzen, aber auch Schote in den Glühwein geben.

3. Die Süße

Bitte pro Liter ca. zwei Esslöffel Puderzucker am Topfboden karamellisieren lassen. Mit dem Wein ablöschen. Ansonsten keinen weiteren Industriezucker verwenden. Ist der Glühwein zu wenig süß, lieber Honig verwenden.

4. Die fruchtige Note

Keinen Orangen- oder Zitronensaft reinkippen! Stattdessen die Schalen von einer Bio-Orange und einer Bio-Zitrone mit erhitzen. Achtung: nicht einfach Früchte schälen. Bitte darauf achten, dass man möglichst viel von der äußeren Schale hat, kaum was von der bitteren weißen darunter. Am besten geht das mit einem Gemüseschäler.

5. Die Temperatur

Glühwein nicht kochen. Zum einen gehen die Geschmacksstoffe und der Alkohol verloren (der bei halbtrockenen Weinen ohnehin eher gering ist), zum anderen entstehen krebserregende Stoffe (Hydroxymethyfurfural, ein Zuckerabbauprodukt). Maximaltemperatur sollte 80 °C sein (78,37 °C wer es genau wissen will – der Siedepunkt von Ethanol). Kurz erhitzen, abkühlen lassen, eine Stunde ziehen lassen, dann vor dem Genuss wieder erwärmen.

Viel Spaß beim Nachkochen. Bitte ausprobieren, denn der Unterschied zum Gekauften ist wirklich enorm. Wareneinsatz ca. zwei Euro pro Tasse.

 

Zur Person:

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Bernhard Moser (eatberlin / Weinschule Berlin) Foto: METRO

1973 im Österreichischen Bramberg geboren, absolvierte Bernhard Moser Ende der 90er-Jahre eine gastronomisch-landwirtschaftliche Ausbildung. 1994 erkochte Bernhard Moser als Pâtissier zusammen mit seinem Bruder Andreas als Küchenchef eine Haube beim renommierten Restaurantguide Gault&Millau.

Der Koch und Diplom-Sommelier lebt seit 2002 in Berlin. 2004 gründete er die Weinschule Berlin, zu einer Zeit, seit 2007 ist Moser regelmäßiger Gesprächsgast bei RadioEins, 2009 startete dort seine Kolumne “Mosers Geschmackssachen”. Der Österreicher war und ist regelmäßig im rbb-Fernsehen, bei SAT.1, ProSieben, Kabel eins und dem ORF Radio und Fernsehen zu sehen und zu hören.

2010 erschien Mosers erstes Buch “Reine Geschmackssachen – weil Genuss auch Kenntnis braucht.” Im gleichen Jahr gründete er zusammen mit einigen anderen Gesellschaftern das eat! berlin Feinschmeckerfestival, das heute zu den zehn besten Gourmetfestivals der Welt gehört (Quelle “Traveller’s world” 2016).

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