M. Chapoutier - Bila-Haut 'Occultum Lapidem' Roussillon-Villages 2015 | FOODBARN
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Auf den kräftigen Allrounder Bila-Haut ‚Occultum Lapidem‘ Roussillon-Villages 2015 mit großartigen 94 Parker-Punkten im Gepäck ist Verlass. Schließlich kommen hier ausbalanciertes Cuvée, Terroir in Spitzenlagen und das Know-How des legendären Winzers Michel Chapoutier zusammen.

Text: Karl Lysander

Okkult, übersinnlich, mystisch – es mag zwar sein, dass Bodenbeschaffenheit, klimatische Bedingungen, perfektes Zusammenspiel der Trauben und zeitlicher Ausbau berechnet, beschrieben und analysiert werden können. Da jedoch Mutter Natur bei der Weinherstellung einiges mitzubestimmen hat, benötigt es Vertrauen und Hingabe, um zu erreichen, was Michel Chapoutier seinen guten Ruf eingebracht hat. Als Legende unter den Kult-Winzern Südfrankreichs setzt er nicht auf Quantität, sondern Qualität. Die unikalen Böden aus Schiefer, Gneiss, Kalkstein und Kreideablagerungen zwischen Mittelmeer und spanischer Grenze sind die Grundlage für seine Zaubereien.

Der ‚Occultum Lapidem‘ ist einer seiner magischen Erzeugnisse – und dabei weder geheim, noch in riesiger Menge erhältlich.

Was ist in der Flasche?

Ein Cuvée aus 50% Syrah, 40% Grenache und 10% Carignan und Mourvèdre. Handgelesen und selektioniert, werden die Trauben entrappt und leicht gequetscht. Nach einer vierwöchigen und damit sehr langen Mazeration folgt der Ausbau in kleinen Eichenfässern. Der dabei entstehende kräftige Wein in granatroter, dunkler Robe kommt mit einer Komplexität daher, die sich selbstverständlich auch in der Nase und am Gaumen bemerkbar machen. Die unverkennbare Terroir-Identität des aus der Domaine de Bila-Haut stammenden Occultum Lapidem riecht in der Dominanz nach Graphit und Leder. Die folgenden Duftnoten aus schwarzem Pfeffer, roten Beeren und provenzalischen Heidenpflanzen versetzen den Genießer direkt an die Rhône. Was am Gaumen im Auftakt reich, dicht und fleischig beginnt, ergibt sich saftig im Abgang, zusammen mit feinen Tanninen und erweckender Frische. Ein Balanceakt zwischen fruchtiger Dichte, Kräuter-Aromen und einer mineralischen Note.

Welche Anekdote erzählt der Wein?

Mit gerade einmal 25 Jahren wurde Michel Chapoutier zusammen mit seinem Bruder die Verantwortung für das bereits 1808 gegründete Weingut Domaine de Bila-Haut übertragen. Während sein Bruder sich um die Vermarktung kümmerte, arbeitete er sich in die Produktion der Roussillon-Villages-Weine ein. Um den globalisierten Ansprüchen der Weinkenner entsprechen zu können, wurde eine Anpassung der eigenen Unternehmensphilosophie unentbehrlich: Sehr guter Wein entsteht schon im Weinberg und nicht erst im Keller. Chaputier entwickelte sich zum Terroir-Fanatiker, produziert seither nur niedrige Erträge und verzichtet auf Kulturhefen. Weinpapst Robert M. Parker bewertete nicht nur seinen Wein, sondern lobte auch ihn persönlich als „hell erstrahlenden Stern der Weinbereitungskunst am Himmel unseres Planeten“.

Wann schmeckt der Wein besonders gut?

Passend zum Herbst eignen sich Rezepte aus dem Repertoire der Pilzküche. Da man nie genau weiß, welche Pilze sich diesmal finden lassen, empfehlen wir ein Rezept, in dem es nicht auf die genaue Sorte ankommt: Spinatknödel mit Waldpilzen. Egal welche Pilze sich bei diesem Klassiker in den Vordergrund drängen: Der Occultum Lapidem als kräftiger Allrounder ist dafür gewappnet.

Wer freut sich besonders darüber?

Freunde eines roten Burgunders werden sich auch in Gesellschaft eines Occultum Lapidem wohl fühlen. Wie gut, dass die Preise für Michel Chapoutiers Spitzenweine ungewöhnlich klein sind. Allerdings verhält es sich so auch mit der produzierten Flaschenanzahl…

In drei Worten

Opulente Wald-Sinfonie

Details

Jahrgang: 2015

Rebsorten: Syrah, Mourvèdre, Grenache, Carignan

Alkoholgehalt: 15,5%

Region: Roussillon

Winzer: M. Chapoutier – Domaine de Bila-Haut

Ausbau: Edelstahltank, Holzfass

Erhältlich bei Wine in Black.

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