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GOLDHAHN & SAMPSON / BERLIN

Tastemaker: Sascha Rimkus

Sascha Rimkus – einer der Inhaber von GOLDHAHN & SAMPSON – geht es um die Liebe zum Produkt und um wahrhaftigen, unverfälschten Geschmack. Das GOLDHAHN & SAMPSON ist eine einzigartige Kombination aus hochwertigem Lebensmittelgeschäft inklusive erlesener Weine, gemütlichem Café und innovativer Kochschule. Was seine Produkte ausmacht und welche Weine er besonders schätzt, erzählt er uns im Interview.

Hier das Interview mit Sascha Rimkus zum Nachlesen

„Bei uns geht es um den Geschmack und die Art der Herstellung. Das heißt, wir wollen wissen, was tatsächlich in den Produkten steckt. Wir mögen eine gewisse Handwerklichkeit und vor allem kurze Zutatenlisten. Denn wir wollen, dass Produkte wirklich nach den Zutaten schmecken, aus denen sie gemacht sind. Wenn die Zutatenliste mehr als zehn Positionen hat, werden wir sehr schnell misstrauisch.“

Sascha Rimkus
(c) Anne Freitag

Ich bin Sascha Rimkus und einer der Mitbetreiber des GOLDHAHN & SAMPSON / BERLIN.

Im GOLDHAHN & SAMPSON bin ich für viele Aufgaben zuständig, vor allem aber bin ich als die „Weinnase“ im Betrieb bekannt.
Ich glaube, das GOLDHAHN & SAMPSON war ein tiefer, innerer Wunsch, den Andreas und ich damals hatten. Andreas hat sehr viel in der Gastronomie gearbeitet, Restaurants besessen und geleitet. Ich habe während meiner gesamten Studienzeit und auch davor und danach immer in der Gastronomie gearbeitet. Dort habe ich gespürt, dass ich gerne verkaufe und auch in Zukunft mit Essen zu tun haben möchte.
Diese Art von Laden gab es einfach noch nicht und wir wollten unbedingt so etwas in die Richtung umsetzen. Wir hatten uns hier in Berlin kennengelernt und entwickelten dann Stück für Stück das GOLDHAHN & SAMPSON. Wir haben lange an dem Konzept gefeilt, bis wir es so umsetzen konnten.

GOLDHAHN
(c) Anne Freitag

Das Konzept

Die Philosophie ist, dass wir sehr viele Spielarten von Essen und Trinken gemeinsam anbieten möchten. Wir können hier sowohl von einem Weinhandel als auch von einem Lebensmitteladen sprechen, der Produkte des täglichen Gebrauchs anbietet.

Wir haben frisches Brot, Käse und Butter. Viele Kunden kommen aufgrund dieser Produkte. Wir bieten darüber hinaus aber auch Dinge an, die aus der ganzen Welt kommen, welche wir importieren und dann hier anbieten. Zudem besitzen wir eine große Auswahl an Kochbüchern. Außerdem haben wir eine Kochschule, wir können also auch jeden Tag Kochkurse und Seminare vor Ort anbieten. Gleichzeitig bieten wir eine kleine Gastronomie. Man kann bei uns Kaffee trinken und essen. Das alles zusammen als Konzept gab und gibt es, glaube ich, sonst noch nicht. Denn es bedeutet auch sehr viel Arbeit. Wir müssen in allen Bereichen sehr gut sein und in die Tiefe gehen. Das Weinsortiment ist komplett ausgewählt. Ich kenne jeden einzelnen Wein, der hier steht und wähle jeden einzelnen von ihnen selbst aus. Das betrifft aber auch jedes einzelne Lebensmittel. Es wird alles „kuratiert“. Daher muss man ziemlich viel Zeit aufwenden und auch mehrere Leute im Hintergrund haben, die sich mit diesen Themen wirklich gut auskennen.

GOLDHAHN
(c) Anne Freitag

Die Herangehensweise

Es war ein Prozess über zehn Jahre. So fing es kleiner an und wurde dann immer größer. Ich suche auch jetzt noch ganz bewusst nach neuen Themen. Natürlich sind wir außerdem auf Messen unterwegs, bekommen Dinge erzählt und erhalten Kontakte auch über andere. Es gibt ja Netzwerke in dem ganzen Bereich. Wir suchen jedoch, wie bereits erwähnt, auch bewusst. So haben wir z.B. irgendwann die Idee, eine hochwertigere Erdnussbutter anbieten zu wollen und dann kümmern wir uns darum. Dann gibt es eben „Erdnussbutter-Recherche“.

Die Lieblinge

Wir haben viele Produkte, die wir aus großer Leidenschaft importieren. Diese verkaufen wir gar nicht unbedingt jeden Tag. Wir importieren diese Dinge dann wirklich aus unserem eigenen Antrieb heraus. Das fängt bei der Piemonteser Haselnuss an, die einfach so gut ist, dass sie für all das steht, was wir tun. Es ist einfach nur eine einzige Haselnuss, die aber wirklich von allerhöchster Qualität ist und die auch dann nur geröstet, verpackt und verschickt wird, wenn wir sie bestellen. Frischer kann es gar nicht sein. Das betrifft auch Buttersorten, die wir frisch im Laden haben und tatsächlich bestellen. Diese Butter kommt nur alle zwei Wochen und ist dann nur wenige Tage haltbar, weil es frische Rohmilchbutter ist, die nur aus Heumilch produziert wird. Sie ist dann vielleicht vier Tage haltbar. Unsere Kunden müssen sich an all diese Dinge gewöhnen. Entweder essen wir die Butter selbst oder die Kunden wissen: Da gibt es diesen Donnerstag, da kommt dieser Mensch, der diese Heumilchbutter bringt und danach ist sie wieder zehn Tage ausverkauft.

GOLDHAHN
(c) Anne Freitag

Der Anspruch

Wir haben Produkte, die einen gewissen Preis haben. Dieser Preis wird dadurch gerechtfertigt, dass jene Produkte entweder besonders gut bzw. handwerklich produziert worden sind, aus guten Zutaten bestehen oder letztendlich geschmacklich so überzeugen, dass man sie unbedingt haben möchte. Aber es gibt auch viele Dinge in der „Feinkostwelt“ – wir möchten uns eigentlich gar nicht so nennen – die nur schön verpackt sind, aber eigentlich nicht besonders viel können. Das sind alles Dinge, die wir sehr schwierig finden. Wir wollen, dass die Produkte so ehrlich wie möglich sind. Wir führen auch Dinge, die absolut alltäglich im Gebrauch sind. Diese kosten vielleicht etwas mehr als die Konkurrenzprodukte aus dem Supermarkt, aber es geht eben auch um tolle Pasta, gutes Brot und hochwertige Butter. Das sind alles Dinge, die gar nicht so viel teurer sein müssen und dennoch entsteht dadurch ein alltäglicher Mehrwert.

Die Weinschule

Ich glaube man sollte einfach mehr über Wein sprechen. Unser Geschmackssinn ist gleich gut und ich schmecke nicht besser als alle anderen. Ich rede nur gerne viel mehr darüber und habe vielleicht auch schon ein paar Weine mehr probiert. Man sollte immer über Wein sprechen, wenn man ihn trinkt, beim Abendessen mit Freunden zusammen oder im Restaurant. Dann kann man einfach mal ein paar Worte über den Geschmack austauschen. In den Wein-Seminaren merken wir ganz klar, dass es besser wird. Beim ersten Wein in den Weinkursen sind immer alle noch ganz vorsichtig und wissen nicht genau, was sie sagen sollen, weil sie sich nicht blamieren wollen. Doch beim sechsten Wein sind sie deutlich kreativer und das ist nicht nur dem erhöhten Promille-Einfluss geschuldet.

GOLDHAHN
(c) Anne Freitag

Die Weinempfehlung

Was ich sehr mag, sind klassische Rieslinge von der Mosel, von der Saar oder von der Uwer, die jetzt Stück für Stück wieder entdeckt werden. Man hielt sie jahrelang für oldschool und jetzt merkt man wieder, wie toll es ist, diese leichten Weine zu haben. Diese Weine bieten eine Fülle von Aromen, die frisch sind und eine gewisse Säure besitzen und wunderbar zum Essen passen. Da gibt es viele Sachen. Meine absoluten Lieblingsweine im Moment sind „Weiser-Künstler“, „Falkensteiner Hof“, „Mosel“ und „Saar“. All diese Dinge erzählen wir auch unseren Kunden und erklären ihnen zudem, welcher Wein zu welchem Gericht passt.

Ein letzter Tipp

Verjus ersetzt Zitrone und Essig, ist aber viel fruchtbetonter und wird aus grünen Trauben produziert. Es ist ein Produkt, das Weingüter herstellen. Es passt perfekt zu Salaten oder als Dressing, für Soßen oder Marinaden – herrlich!

Weitere interessante Persönlichkeiten findet ihr in unserer Reihe TASTEMAKER.

GOLDHAHN
(c) Anne Freitag

 

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