Alternativen zu Alufolie und Co. | FOODBARN
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Sie sind die heimlichen Helden unseres Küchenalltags. Unscheinbar und doch immer da, wenn wir sie brauchen: Sie schützen die halbe Avocado vorm Austrocknen, wischen die verschüttete Bolognese von der Anrichte und halten den Braten warm, während er ruht. Ja, die Rede ist von Frischhaltefolie, Alufolie und Küchenrolle! Die tollen Rollen sind immer dann zur Stelle, wenn’s schnell und einfach gehen soll. Sie ersparen uns eine Menge Arbeit und vor allem: Abwasch. Denn einmal benutzt, kann man sie einfach im Mülleimer verschwinden lassen. Es könnte an dieser Stelle aufhören wie ein kleiner unverbindlicher One-Night-Stand. Wenn da nicht unsere Freundin die Umwelt wäre, die davon nichts hält. Und alte Freunde will man schließlich für eine kleine Liaison nicht verlieren. Doch keine Sorge, das müssen wir auch nicht: Denn es gibt Alternativen. Dafür müssen wir nur bereit sein, uns etwas länger zu binden und unsere Gewohnheiten hier und da ein bisschen anzupassen.
Welche Alternativen das genau sind und ob sie wirklich vollständig die drei wichtigsten Rollen in unserer Küche ersetzen können, das haben wir getestet:

Text: Taria Hocke

Frischhaltefolie

Frischhaltefolie: Die Antwort auf vertrocknetes Gemüse, harte Käserinden und Kühlschrankgerüche. Man muss ihr schon zugestehen – in dem, wofür sie da ist, ist sie nahezu perfekt. Doch sie hat auch ihre Defizite. Die beginnen meistens schon beim Versuch des geraden Abreißens, bei dem man sich regelmäßig erst dreimal den Arm einwickelt, bevor es dann klappt. Und auch beim Einwickeln von Obst, Gemüse oder Schüsseln wird man oft enttäuscht, wenn das dünne elastische Plastik meist schlechter haftet, als wir es vom letzten Mal in Erinnerung hatten. Aber das nehmen wir gern hin. Es ist ja auch irgendwie eine Herausforderung, irgendwann einmal ein perfekt quadratisches Stück Frischhaltefolie ohne Beihilfe einer Schere abzureißen.
Die etwas größere Schattenseite ist die mit der Umwelt. Zwar ist die handelsübliche Frischhaltefolie meist frei von Schadstoffen und kommt ohne Weichmacher aus, jedoch ist ihre Herstellung aus Erdöl nicht gerade förderlich für einen grünen Planeten. Wandert das Produkt dann auch noch direkt nach einer Verwendung in den Müll, ist die Umweltbilanz doch dürftig. Doch was gibt es für alternative Möglichkeiten und Produkte, die die Frischhaltefolie ablösen könnten?

Bienenwachstuch (zum Beispiel von Jaus’n Wrap)

  • 26€ Paketpreis (small, medium, large)
  • biologische Rohstoffe
  • Lebensdauer: 1-2 Jahre
  • hergestellt in Österreich
  • antibakterielle Wirkung
  • zum Einfrieren geeignet

Das mit Bienenwachs getränkte Tuch kann alles, was die Frischhaltefolie auch kann und noch mehr. Das Abreißen stellt jedenfalls kein Problem mehr da, da der Wrap schon in vorgefertigten, unterschiedlichen Größen geliefert wird. Sogar zum Einfrieren eignet es sich wunderbar. Dadurch, dass es abwaschbar ist, kann man auch alle möglichen Lebensmittel von Apfelschnitzen über rohen Teig bis hin zu Käse darin einwickeln. Das Bienenwachs riecht zwar intensiv, der Duft färbt aber nicht auf den Geschmack des jeweiligen Lebensmittels ab. Zudem hat das Bienenwachs eine antibakterielle Wirkung. Für Lebensmittel wie Zwiebeln, die sehr geruchsintensiv sind, sollte man aber schon ein eigenes Wachstuch benutzen, da das Tuch nach einer Weile den Geschmack etwas annimmt und somit auf die anschließend eingewickelten Lebensmittel abfärben könnte. Ein weiterer kleiner Nachteil: Möchte man mit dem Tuch z.B. eine Glasschale luftdicht abdecken und drückt es daher fest an den Rand, so wird die Schale an den umschlossenen Stellen etwas wachsig und klebrig.

Wichtig: Das Wachstuch ist nur für Temperaturen bis 26 Grad geeignet, da die Wachsbeschichtung sonst schmelzen würde. Daher auch nicht in den Geschirrspüler geben.

jausn wrap
Bienenwachstücher wirken leicht antibakteriell, sind einfach abwaschbar und durch das Wachs sehr gut verschließbar.

Die gute alte Brotdose

Dieser Moment, als man in der Pause die Brotdose aus dem Schulranzen zückte und hoffnungsvoll den Deckel öffnete. „Was ist wohl heute drin?“ An den einen Tagen war die Enttäuschung, an anderen die Freude groß. Die Freude wäre zumindest auf Seiten der Umwelt stets riesig, würde man die Brotdose wieder aus den hinteren Ecken des Küchenschranks hervorkramen und alles, was man so einpacken möchte, hineintun – ohne es vorher in Folie zu wickeln, versteht sich. Das Beste wäre natürlich auch hier, auf Plastik verzichten. Aber wenn die Plastikbrotdose nun schonmal im Schrank steht, wäre der Umwelt mit Wegwerfen nicht geholfen. Wobei Plastik natürlich nicht nur eine umweltschädliche Produktion mit sich zieht, sondern häufig auch den ungesunden Weichmacher Bisphenol-A enthält. Wer also noch keine Brotdose zuhause hat oder auf Nummer sicher gehen will, kann zum Beispiel mal bei ECO BROTBOX vorbei gucken. Hier gibt’s allerlei Boxen in unzähligen Größen und Varianten aus schadstofffreiem Edelstahl.

Brotdose
Brotdosen halten ewig und eignen sich in unterschiedlichsten Größen für Reste jeder Art.

Küchenrolle

Mehr als 2000 Mal um die Welt könnte man laut einer Studie des WWF die Küchenrollen wickeln, die wir in Deutschland pro Jahr verbrauchen. Gar nicht mal so wenig, wenn man sich überlegt, wie groß unser Planet Erde so ist. Da stellt sich die Frage, ob die Abholzung der Bäume für ein Wegwerfprodukt wie Küchentücher wirklich nötig ist? Was macht die weiße Rolle mit dem dicken, saugkräftigen Papier so unentbehrlich in der Küche? Wenn ein Glas Wein umkippt, kann man doch eigentlich genauso gut zum Küchenlappen greifen und verhindert somit sogar direkt, dass der Fleck hinterher klebt. Und auch wenn man sonst kleckert, gibt es eigentlich keinen wirklichen Grund ein Einwegpapier dem Lappen vorzuziehen.
Etwas schwieriger wird das beim Abtupfen von rohem Fisch und Fleisch. Bekanntlich verstecken sich da nämlich gern mal ein paar Keime, die wir hinterher lieber nicht großzügig mit dem Spüllappen auf unsren Tellern und Tassen oder gar der gesamten Arbeitsfläche verteilen wollen.
Tupft man Fleisch und Fisch mit einem Lappen oder Tuch aus z.B. Baumwolle ab, so muss dieser danach eigentlich direkt in die Waschmaschine und auf hoher Temperatur gewaschen werden. Die Ökobilanz ist in dem Fall wohl auch beim Nutzen eines wieder verwendbaren Lappens nicht gerade vorbildlich. Es scheint hier also auf ein situationsbedingtes Nutzverhalten hinauszulaufen.

Baumwolltücher, Schwämme und Lappen

Baumwolltücher halten ewig. Das wissen zumindest diejenigen, die sogar noch einige aus Omas Aussteuer im Küchenregal gestapelt haben. Schon allein deshalb sind sie eine wunderbare Alternative zur Küchenrolle: Sie saugen auf, wischen weg und machen sauber. Dabei sollte man allerdings darauf achten, dass man sie nicht nach einmaligem Benutzen direkt mit in die Kochwäsche gibt. Gerade für Flecken, die keine großartigen Keime mit sich bringen, kann man solch ein Tuch ruhig ein paar Tage nutzen. Möchte man es dann reinigen, genügt es in der Regel heutzutage dank innovativer Waschmittel das Tuch bei 30 Grad zu waschen. Für keimempfindlichere Geschichten sollte man sich allerdings lieber für eines der nachstehenden Alternativen entscheiden, denn wegen des Reinigens von Küchentüchern den Energieverbrauch mit häufigeren Kochwaschgängen deutlich zu erhöhen, wäre irgendwie kontraproduktiv

Reinigungs-Tipp für alle die sich vor bakterienüberhäuften Küchenlappen ekeln: Lässt man seinen Küchenlappen für fünf Minuten in einem Behälter mit Wasser und ein paar Löffeln Bleiche oder Essigessenz einweichen, so können bis zu 99,9 % der Bakterien getötet werden. Und schon ist der Lappen fast so hygienisch wie ein frisches Blatt Küchenrolle.

Baumwolltücher
Einmal gekauft oder gar geerbt halten Baumwolltücher in der Regel ein Leben lang.

Bambus-Küchentücher (zum Beispiel von Pandoo)

  • hypoallergen, anti-mikrobiell, schimmelbeständig und antibakteriell
  • 12,99 € pro Rolle (20 Blatt)
  • waschbar
  • Herstellung aus Bambus statt Bäumen
  • CO2 -neutraler Transport

Die Küchentücher von Pandoo sollen die Vorteile von Küchenlappen und Küchenrolle vereinen – man kann sie getrost Blatt für Blatt nur einmal nutzen und sie dann, statt in den Müll, einfach in die Waschmaschine werfen. So soll ein Blatt der Pandoo-Rolle bis zu drei ganze Küchenrollen ersetzen. Während der Anblick der Rolle nach dem Auspacken tatsächlich an eine handelsübliche Küchenrolle erinnert, merkt man spätestens beim Anfassen, dass die einzelnen Blätter etwas dicker und somit eher vergleichbar mit klassischen Putzlappen (die hingegen meist aus Viskose oder Polyester hergestellt werden) sind. Auch wenn das Pandoo-Produkt nicht wirklich die gleichen Vorzüge wie die Einweg-Küchenrolle hat, so dient es zumindest als geistige Stütze im Kampf gegen den inneren Schweinehund: Denn im Küchenensemble ersetzt es unauffällig unsere Papierrolle, wir nutzen es aber wesentlich gehemmter und wenn, dann gleich mehrfach bevor wir es in die Wäsche geben. Oder wir greifen vermehrt zum Baumwolltuch. Der allgemeine Verbrauch sinkt also und noch wichtiger: Für die Produktion von Bambustüchern werden keine uralten Wälder abgeholzt sondern Bambusplantagen, die wesentlich schneller wieder nachwachsen.
Schade, dass man Bambus nur in Indonesien richtig gut anbauen kann und die Rollen so einen ganz schön langen Weg auf sich nehmen müssen um in Deutschland anzukommen. Immerhin verspricht Pandoo da allerdings einen CO2-neutralen Transport.

waschbecken
Bambus wächst wesentlich schneller als ein Baum, weshalb große Mengen gefällt werden können, ohne den Bestand zu gefährden.

Recyclingpapier

  • i.d.R. günstiger als Standard-Küchenrollen
  • aus 100% hygienischen Recyclingfasern
  • ohne Zusatz von optischen Aufhellern
  • einmalige Verwendung

Manchmal sind Alternativen eben doch nicht so wirklich Alternativen. Für alle, die also nicht auf ihre liebe Küchenrolle verzichten wollen, können oder mögen, aber denen Nachhaltigkeit auch nicht ganz unwichtig ist, für die gibt es ein tolles „Zumindest verbessere ich die Welt ein kleines bisschen“-Produkt: Recyceltes Küchenpapier. Klar, für das Papier, was aus bereits genutztem Papier hergestellt wird muss vorher irgendwann einmal frisches Papier hergestellt worden sein. Und bei der Herstellung wird viel Energie und Wasser verbraucht. Trotzdem: Recycling ist besser als Nichtstun. Hierbei kann man sich in der Regel auf das altbekannte Siegel des Blauen Engel verlassen, da die Anforderungen zur Recyclingpapier-Erzeugung hier höher sind als bei vielen anderen Öko-Siegeln.

Küchenrolle
Recycling-Papier ist die perfekte Alternative für alle, die ihre Gewohnheiten nicht umstellen können, aber dennoch etwas Gutes tun wollen.

Alufolie

Beim Kauf von Deodorant ist es in den letzten Jahren schon zur Gewohnheit geworden darauf zu achten, dass es null Prozent Aluminium enthält. Doch unser Essen wickeln wir weiterhin fröhlichst in das schädliche Metall ein und garen es am liebsten auch noch darin, damit die Hitze die Schadstoffe erst so richtig zum Rauchen bringt. Welch Ironie. Deshalb ist es an der Zeit, vielleicht sogar als allererstes, das an Lametta erinnernde, aber nur auf den ersten Blick funkelnde Material so schnell wie möglich aus unseren Küchen verschwinden zu lassen. Denn hier ist nicht nur die Produktion und Entsorgung ein echtes Problem, sondern es scheint, als würde sich die unscheinbare Rolle mit dem aufgewickelten Metall bei steter Verwendung auch negativ auf die Gesundheit auswirken. So soll es einen Zusammenhang zwischen Alzheimer und dem Aluminiumgehalt im Körper geben. Außerdem vermutet man auch ein höheres Krebsrisiko bei größerem Aluminiumgebrauch, so der Krebsinformationsdienst des Deutschen Krebsforschungszentrums.
Doch keine Sorge. Vor allem für die verschiedenen Anwendungsfelder von Alufolie gibt es ganz wunderbare Alternativen, die das ungesunde Metall nicht nur gut ersetzen sondern zu Teilen sogar übertrumpfen. Nur ein Allroundprodukt, welches gleichzeitig frischhält und zum Grillen geeignet ist, haben wir leider noch nicht entdeckt.

Zum Frischhalten

Nutzt man Alufolie zum Einpacken, Frischhalten oder Einfrieren, so kann man sie quasi als Pendant zur Frischhaltefolie betrachten und es bieten sich die selben Alternativen an. Vor allem beim Aufbewahren von säurehaltigen Lebensmitteln wie z.B. Apfelscheiben sollte die Alufolie schnellstens gegen Alternativen ausgetauscht werden, da zwischen Säure und Aluminium ungesunde chemische Verbindungen entstehen können.

Bienenwachstücher und Brotdosen

Genaueres zu dem Thema Frischhalten mit Bienenwachstüchern und Brotdosen findest du weiter oben im Artikel im Absatz über Frischhaltefolie.

Übrigens: An alle Bastler unter Euch – Das Wachstuch kann man auch ganz einfach  selbst herstellen!
Hier eine kleine Anleitung:
Sucht Euch einfach ein altes Küchentuch (100% Baumwolle) und kauft beim Imker ein paar Gramm Bio-Bienenwachs. Dieses erhitzt ihr in einem Wasserbad. Platziert das Baumwolltuch  in der Zwischenzeit auf ein Stück Backpapier. Sobald das Wachs richtig flüssig ist, pinselt das Baumwohltuch großzügig von beiden Seiten damit ein. Schließlich legt ihr ein weiteres Stück Backpapier auf das Tuch und bügelt dann vorsichtig mit einem Bügeleisen, bei geringer Hitze, darüber, sodass das Wachs gut ins Tuch einziehen kann. Das Ganze aushärten lassen und schon habt ihr Eure selbstgemachte Alternative zur Frischhaltefolie.

jausn wrap
Mit Bienenwachstüchern kann man Brot, Gemüse, Käse und vieles mehr frischalten und sogar einfrieren.

Zum Grillen, Garen und Kochen
Auf den Grill oder in den Ofen sollte man das Wachstuch lieber nicht legen. Und auch die Brotdose ist im Rucksack besser aufgehoben. Doch auch Alufolie, die gern für kleine Gemüsepäckchen, Folienkartoffeln oder zum Zubereiten von Fisch verwendet wird, hat dort eigentlich wenig zu suchen, da die darin enthaltenen ungesunden Schadstoffe durch die starke Hitze erst so richtig freigesetzt werden. Dabei kann man zum Beispiel Gemüse ganz wunderbar ohne Folie grillen – Wie? Das zeigen wir Euch hier. Auch eine Ofenkartoffel kann gut auf die Folie verzichten, besonders wenn man sie fächerartig wie die Hasselback-Kartoffel zubereitet. Wer in der Hoffnung auf weniger Abwasch gerne seine Backbleche mit Folie auslegt, bevor er darauf Kartoffelspalten, Gemüse oder Fischstäbchen bäckt, ist mit einer Dauerbackfolie gut bedient, die anschließend sogar in die Spülmaschine wandern kann. Auch fürs indirekte Grillen oder aber zum Einwickeln von Fleisch und Fisch, der nach dem Braten auf der Pfanne oder im Ofen noch ziehen muss, haben wir ein paar spannende Alternativen gefunden:

Kohl-, Mangold-, Mais-, Bananen-, Rhabarber- oder Weinblätter

  • nicht geschmacksneutral
  • Einwegprodukt
  • biologisch abbaubar

Ofengemüse in Maisblätter gewickelt gart nicht nur genauso gut wie in Alufolie, sondern sieht noch dazu so viel ästhetischer aus. Aber auch andere Gemüse- oder Obstblätter können zum Einwickeln von Gemüse, Fleisch und Co. verwendet werden. Vor allem wenn man die Päckchen auf den Grille legt entstehen die unterschiedlichsten Raucharomen. So eignen sich Bananenblätter super für süße Grillvariationen, während im Weinblatt beispielsweise Feta besonders gut gelingt. Hier gilt es auszuprobieren, was einem am besten schmeckt. Der Kreativität sind dabei kaum Grenzen gesetzt und Schadstoffe bleiben definitiv aus. Einzig die Zubereitung ist wieder etwas aufwendiger als beim Griff zur Alu-Rolle, da es sich bei den meisten Blättern empfiehlt, sie entweder vorher in Wasser einzulegen oder sogar kurz zu blanchieren.

feta auf grill
Feta und eingelegte Weinblätter haben ihre Wurzeln beide in der mediterranen Küche, kein Wunder, dass sie auch auf dem Grill so gut harmonieren.

Grillschale aus Edelstahl

  • ab 10 € in Supermärkten, Baumärkten oder Online
  • schadstofffrei
  • (lebens)lange Lebensdauer
  • i.d.R. geeignet für die Spülmaschine

Die Edelstahl-Grillschale gibt’s zwar nicht von der Rolle, weshalb sie etwas mehr Platz im Küchenschrank benötigt, allerdings muss man an einem Sonntag auch in Zukunft nicht mehr grübeln in was man sein Grillgut wickeln kann, weil die Alufolie aufgebraucht ist. Denn die Schale bleibt – vielleicht sogar ein Leben lang. Und sorgt noch dazu dafür, dass wir unseren Fisch oder unser Gemüse schadstofffrei genießen können.

Grillschale
Gemüse muss nicht unbedingt in Alu-Päckchen verpackt werden, sondern lässt sich auch gut in Grillschalen aus Edelstahl grillen.

Gusseiserne Platten und Behälter

  • ab ca. 30 €
  • schadstofffrei
  • geschmacksneutral
  • lange Lebensdauer

Wer sowieso einen gusseisernen Bräter im Repertoire hat, der braucht sich gar nicht unbedingt auf die Suche nach einer Alternative zu Alufolie machen. Denn dieser eignet sich hervorragend zum abgedeckten Garen und sogar zum indirekten Grillen, z.B. von Spareribs. Allerdings wird hier etwas mehr Geduld erfordert, da so ein gusseiserner Topf recht dickwandig ist und daher Fleisch z.B. länger zum Garen benötigt als wenn es in Folie gewickelt ist.

Bräter Spareribs
Wer einen gusseisernen Bräter besitzt, kann diesen auch zum indirekten Grillen z.B. von Spareribs nutzen.

Woodpapers

  • zwischen 5-15 € (8-20 Blatt)
  • nicht geschmacksneutral
  • Einwegprodukt
  • biologisch abbaubar

Die dünnen Blätter aus Holz eignen sich vor allem gut für Fleisch und Fischgerichte, die nur indirekter Hitze ausgesetzt werden sollen. Dafür muss das Papier einige Zeit vorher schon in Wasser eingelegt werden, was den Zeitaufwand im Gegensatz zur Alufolie natürlich etwas erhöht. Dafür sorgt das Aroma, das beim Grillen mit Woodpapers entsteht für ein besonderes Geschmackserlebnis, sofern man die leicht rauchige Note mag. Am Testen kommt man also nicht vorbei.

Hier entlang kommst du zu unserem Rezept „Ganzes Schweinefilet aus dem Woodpaper

Indirektes Grillen
Im Woodpaper kann man so ziemlich alles grillen, was man sonst in Alufolie grillt.

Holzplanke

  •  ab ca. 8 €
  • nicht geschmacksneutral

Ähnlich wie die Woodpapers wird die Grillplanke verwendet. Auch sie muss, am besten schon 24 Stunden vor Einsatz, in Wasser eingelegt werden. Beim Grillvorgang legt man dann das Grillgut auf die Platte, wodurch es schonend gegart wird. Die Grilldauer ist hier etwas länger als beim Woodpaper, da es sich schließlich auch um ein dickeres Stück Holz handelt. Das Plank-Grilling (also Brettgrillen) ist dabei nicht einmal wirklich neu, sondern eigentlich eine der ältesten Grillmethoden aus den USA. Wer jetzt neugierig ist, sollte unbedingt unseren leckeren Lachs auf Zedernholz ausprobieren. Es lohnt sich!

Gegrillter Lachs
Das Zedernholz verleiht dem Grillgut ein besonderes Aroma.

Back- oder Butterbrotpapier

Für alle, die Alufolie gern zum Auslegen von Backblechen oder Umwickeln von Lebensmitteln nutzen: Hier lieber auf Backpapier zurückgreifen. Auch dafür müssen natürlich Bäume abgeholzt werden, jedoch ist der Herstellungsprozess nicht ganz so schädlich für die Umwelt wie der von Alufolie und zumindest die Schadstoffe bleiben aus. Doch auch hier lohnt es sich auf die unterschiedlichen Produkte zu achten. Dabei sollte man am Besten auf silikonüberzogenes Backpapier verzichten, da die Umwelt Silikon nur schlecht abbauen kann. Herkömmliches Butterbrotpapier kann als Alternative dienen, da es in der Regel frei ist von Weichmachern und Silikonen. Besitzt man ein gut beschichtetes Backblech, kann man aber auch mal das Risiko eingehen ohne Unterlage zu backen oder eben großzügig Butter auftragen.

Wir haben Gerösteten Knoblauch in Backpapier zubereitet und das Ergebnis war unglaublich lecker. Für’s Rezept hier entlang.

Gerösteter Knoblauch
Knoblauch lässt sich zum Beispiel perfekt in Backpapier eingewickelt rösten.

 

Fazit:

Man muss natürlich schon an der einen oder anderen Gewohnheit schrauben, wenn man sich auf die Alternativprodukte einlässt. Aber ist ja auch klar, immerhin handelt es sich um den Ersatz von tragenden Rollen unseres bisherigen Küchenalltags. Und wenn die fehlen, steht man da erstmal ganz allein mit seiner Überforderung. Aber bei dem ein oder anderen Ersatzprodukt fällt die Umgewöhnung gar nicht mal so schwer und es fühlt sich noch dazu so gut an, der übergebliebenen Küchenrolle jedes mal kurz vor dem Rückfall auszuweichen und sich zu erinnern: „Ach stimmt, ich bin ja jetzt ein Weltverbesserer!“
Trotzdem: Wenn der Verzicht auf unsere alten Freunde für die ein oder andere Nutzung einfach zu schwer fällt, kann man auch mal eine Ausnahme machen (sieht ja keiner!). Es geht ja schließlich darum, die Küchenhelfer da zu ersetzen, wo es gute Alternativen gibt – ist das aber nicht der Fall, geht die Welt auch nicht schneller unter, wenn man doch zwischendurch ab und zu mal ein kleines Stück Alu- oder Frischhaltefolie verwendet, weil der Lieblingskochtrick nur damit funktioniert.

Dir gefallen unsere Alternativen? Dann könnte dich auch unser Artikel über ALTERNATIVEN ZU PLASTIKTRINKHALMEN  interessieren.

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