10 Fakten über die Brezel | FOODBARN
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„Hast du gerade das Salz abgemacht…?“ Schock, Verblüffung, ein hitzige Debatte entfacht. Wir alle kennen das und vor allem: wir alle kennen die Brezel. Manch einer entfernt heimlich das Salz, manch einer isst zuerst die Mitte, manch einer beißt ohne Überlegung hinein und dann gibt es noch die, die sie überhaupt nicht essen – angeblich zumindest. Die Brezel ist allen bekannt, doch was wissen wir wirklich über sie? Legenden, Traditionen, Mythen – über die Brezel gibt es viel zu erzählen. Was ihr über sie wissen müsst, haben wir pünktlich zum NATIONAL PRETZEL DAY am 26. April für euch zusammengefasst.

Autorin: Ann-Catherine Wegener

1. National Pretzel Day

Unseren amerikanischen Freunden haben wir so einige recht ungewöhnliche Feiertage zu verdanken – wie zum Beispiel den Würstchen-im-Schlafrock-Tag (24. April). Doch dass die Existenz der Brezel einen Feiertag wert ist, können wir ohne Frage nachvollziehen. Nur warum wurde dieser Tag ausgerechnet in Amerika etabliert? Dies begründet sich tatsächlich darin, dass holländische Migranten die Pretzel im 19. Jahrhundert nach Pennsylvania brachten. Von dort aus verbreitete sie sich in vielen anderen Staaten, wie z.B. New York. Bis heute werden jedoch 80 Prozent der Pretzels in Pennsylvania hergestellt. Die Brezeln des zweitgrößten Brezelherstellers der USA „Snyder’s of Hanover“ (aus Pennylvania) könnt ihr übrigens mittlerweile auch in Deutschland kaufen – so schließt sich der Kreis wieder.

2. Die oder das Brezel

First things first – heißt es die oder das Brezel? Jeder, der versucht die deutsche Sprache zu erlernen, verzweifelt regelmäßig an unseren geliebten Artikeln. Doch auch wir Deutschen stoßen in diesem Kontext des Öfteren an unsere Grenzen. Wir führen heftige Diskussionen, bis das Handy gezückt und duden.de befragt wird. Soweit wollen wir es an dieser Stelle gar nicht erst kommen lassen: Beides geht. Zwar gilt standardsprachlich nur „die“ als korrekt, jedoch wird „das“ häufig in Österreich verwendet.

brezel teig
Um eine Brezel zu formen bedarf es durchaus etwas Geschick.

3. Herkunft des Wortes

Woran erinnert euch die Form der Brezel? Na, ganz offensichtlich an miteinander verschlungene Arme. Nein, keine Angst, wir haben das auch nicht direkt erkannt. Nichtsdestotrotz leitet sich das Wort Brezel von dem lateinischen Wort brachium ab, was so viel wie „Arm“ bedeutet.

4. Die verschiedenen Namen

Achtung, Verwirrungsgefahr! Das allgemein als „die Brezel“ (in Österreich: das Brezel) bekannte Gebäck, wird in Bayern und Österreich als Breze (pl. Brezn) tituliert und in der Schweiz und Oberschwaben Bretzel geschrieben.

5. Legende

Ein Gebäck, durch das die Sonne scheint. Ob man das braucht? Darüber lässt sich streiten. Laut einer schwäbischen Legende hat diese Erfindung jedoch im Jahre 1477 dem Bäcker Frieder aus Urach das Leben gerettet. Eigentlich von seinem Grafen bereits zum Tode verurteilt, gab dieser ihm noch eine letzte Chance: Sollte er es schaffen, innerhalb von 3 Tagen ein Brot zu backen, durch welches die Sonne scheint, sei diese Verurteilung nichtig. Inspiration zu dem rettenden Gebäck gab ihm letztendlich seine Frau, als diese ihn  mit verschränkten Armen bei seinen zahlreichen gescheiterten Versuchen zusah. Doch sein Glück währte nicht lange, denn kurz nachdem es ihm gelang die Form nachzubilden, landete seine Schöpfung in einer Laugenwanne. Davon ließ er sich allerdings nicht beirren und heraus kam ein Laugengebäck, das den Grafen begeisterte und tatsächlich auch die Sonne durchscheinen ließ.

brezel
Laut einer schwäbischen Legende rette die Brezel das Leben eines Grafen, weil dieser ein Gebäck erfand, durch das die Sonne scheint.

6. Die Form- Wo ist unten?

Für viele ist unten ganz eindeutig da, wo der Bauch der Brezel ist. Andere beharren darauf, dass genau der Teil definitiv oben sei. Diese Frage löste unter dem Hashtag #Brezelgate auf Twitter bereits heftige Diskussionen aus. Eine eindeutige Antwort gibt es nicht, denn manche entscheiden nach Tradition, andere lediglich nach Ästhetik. Fazit: Wo oben und unten ist, entscheidet ihr selbst und die Hauptsache ist, dass die Brezel schmeckt.

7. Brezelschlingen

Man nehme ein langes Stück Teig und dann… dann ist es gar nicht mehr so einfach. Wir kennen die Brezeln meist nur fertig vom Bäcker oder aus dem Tiefkühlfach. Doch daran, wie sie eigentlich zu ihrer Form kommen, verschwenden wir selten einen Gedanken. Also gut aufgepasst: Es gibt verschiedenste Wurftechniken, die allesamt einiges an Übung erfordern. Da wäre beispielsweise der Twister oder die „deutsche Hausfrauen-Technik“ – für das ungeübte Auge sind die Unterschiede nicht direkt zu erkennen. Eindeutig zu sehen ist jedoch immer das Endresultat: eine perfekt geformte Brezel.

8. Neujahrsbrezel

Wer möchte das nicht: ein neues Jahr voller Glück und Zufriedenheit. Um das zu garantieren, wird in manchen Teilen Deutschlands Verwandten und Bekannten am Neujahrstag eine Brezel mitgebracht. Diese fungiert als Glücksbringer, in dem sich jeder ein Stück davon abbricht. Direkt einmal merken, schließlich ist es schon in 8 Monaten wieder soweit.

9. Aufbrezeln

Das Wort ist nicht mehr zwingend geläufig, bekannt sollte es allerdings noch jedem sein – sich aufbrezeln. Doch inwiefern hängt dieses eher negativ konnotierte Verb mit unserem geliebten Laugengebäck zusammen? Wie in Punkt 3 erwähnt, leitet sich das Wort „Brezel“ vom lateinischen Wort „brachium“ ab. In diesem Kontext soll es die Bemühungen jener beschreiben, die versuchen ihre Attraktivität durch eine übertriebene Klamottenauswahl oder zuviel Schminke zu erhöhen – häufig mit einem auffälligen, jedoch semi-anschaulichen Resultat.

Fazit: Kein wirklicher Zusammenhang mit der armen Brezel.

10. Veranstaltungen

Zwar ist der 26. April ein amerikanischer Feiertag, aber das bedeutet nicht, dass wir Deutschen unsere Brezel nicht feiern! Und wenn euch jetzt die Brezellust gepackt hat, dann ab zum Speyrer Brezelfest! Startet am 12. und endet am 17. Juli 2018 – dort gibt es Live-Musik, Biergärten und natürlich wird die Brezelkönigin gekürt.

Auf unserer Übersichtsseite findet ihr weitere ARTIKEL MIT INTERESSANTEN FAKTEN aus der Welt der Kulinarik. Lust auf was Bayerisches? Hier entlang zum BAYERISCHEN WURSTSALAT UND OBAZDA

Brezel
Spätestens nach diesem Artikel ist es definitiv an der Zeit, sich ein köstliches Laugengebäck zu gönnen.

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