Küchenzeilen: Street Food - Homemade | FOODBARN
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Egal ob Markthalle, Foodtruck oder eine Nebenstraße in Hanoi: Street Food ist überall – und mit diesem Buch jetzt auch in den eigenen vier Wänden. Für die passende Atomsphäre muss zwar jeder selbst sorgen, alles andere lässt sich mit diesem Werk jedoch unkompliziert erledigen. Und für die nächste Gartenparty ist in jedem Fall etwas dabei.

Text: Grischa Rodust

Wer die Worte „Street Food“ und „Trend“ in einem Satz verwendet, zahlt einen Euro in die Phrasenkasse. Pling. Aber es ist ja nun mal so, dass in den letzten Jahren kaum noch ein Großstadtfest ohne Street-Food-Truck ausgekommen ist und die Besucher offenbar auch ein gesteigertes Bedürfnis haben, die Auf-die-Hand-Gerichte zuhause nachzukochen. Wenig verwunderlich, dass die Verlage bemüht sind, diesem Verlangen nachzukommen und simple Kartoffelpuffer plötzlich als hippe Rievkooche ein Revival erleben. So auch im Buch von Torsten Hülsmann und Antonio Buntenkötter, wo sich neben altbekannten Gerichten auch ausgefallenere Rezepte finden, mit denen man zumindest auf der heimischen Grillparty Eindruck schinden kann.

 Was ist die Idee des Kochbuches?

Platt gesagt: Street Food wird zu Home Food. Was auf den Straßen in Asien oder Lateinamerika funktioniert, kann auch zuhause zubereitet werden. Denn was auf Street-Food-Festivals aus Trucks gereicht wird, wird auch für die nächste Dinnerparty taugen. Dabei orientieren sich die Zutaten der Rezepte am heimischen Markt und der Geschmack der Gerichte am bodenständigen Gaumen.

street food homemade
Die beiden Autoren Torsten Hülsmann und Antonio Buntenkötter stehen auf Street Food. / (c) Oliver Brachat

Was sind das für Rezepte?

Ein Potpourri aus aller Welt, mit dem Schwerpunkt auf asiatischen und amerikanischen Gerichten. Die Reise beginnt vor der Haustür mit Schweinebraten im Brötchen und führt über Südamerika (Tamales) nach Asien (Frühlingsrollen) und Indien (Masala Chai) zurück nach Europa (Sardinhas Assadas).

Und wie ist der Sound des Buches?

Nüchtern. Die Rezepte und ihre Einfachheit stehen im Vordergrund. Zu jedem Gericht gibt es ein paar einleitende Sätze, die oft schon Tipps und Tricks zur Mahlzeit enthalten. Das Buch kommt kurzweilig, klar und unprätentiös daher – so wie Street Food nun mal ist.

 Ist auch etwas fürs Auge dabei?

Zu jedem Rezept gibt es ein sehr ansprechendes Foto. Die Gerichte sind schön kredenzt, sehr nah am Thema und die ein oder andere Idee zum Anrichten ist auch dabei.

Wie sieht es mit dem Schwierigkeitsgrad der Rezepte aus?

Einfach. Die Rezepte sind meist in vier Schritten abgearbeitet, die Zutaten lassen sich unkompliziert besorgen und wer sich ans Rezept hält, bekommt anschließend auch das, was er wollte.

Und das beste Rezept?

Das Chili Cheese Steak Sandwich macht sich gut im Sommer und ist unkompliziert auf der Hand zu essen. Eventuelle Überbleibsel lassen sich sogar später noch kalt genießen. Schön unkompliziert.

Drei Dinge, die man durch dieses Kochbuch erfährt

1. Wer seine Hotdog-Buns im Supermarkt kauft, ist selbst schuld.

2. Wer Apfelkuchen liebt, der sollte die Dinger mal frittieren. Genial.

3. Jeder, wirklich jeder, sollte einen Granitmörser in seiner Küche haben.

street food
Jedes Rezept wird mit ansprechenden Bildern in Szene gesetzt. / (c) Oliver Brachat

DAS URTEIL

Innere Werte

Ohne Schnörkel, leicht verständlich, manchmal fast zu einfach. 4 von 5 Punkten

Aussehen

Clean und ansprechend. Die Bilder sind allesamt ansprechend und die Gerichte schön angerichtet. Die Gestaltung ist klar und gut strukturiert. Ein bisschen mehr Street-Food-Atmo wäre trotzdem ganz nett gewesen. 3 von 5 Punkten

Alltagstauglichkeit

Hoch. Sei es für ein Abendbrot unter der Woche, die große Grill-Party oder einen Nachtisch für die Schwiegereltern – hier finden sich auf jeden Fall Gerichte, die sich gut kombinieren lassen. 5 von 5 Punkten 

GESAMTWERTUNG: 4 von 5 Punkten

DIE NACKTEN FAKTEN

Anzahl der Rezepte: 68
Autoren: Torsten Hülsmann und Antonio Buntenkötter
Umfang: 168 Seiten
Verlag: Hölker Verlag
Sprache: Deutsch
Preis: 19,95 EUR
Bezugsquelle: Hölker Verlag

DREI SÄTZE ZUM SCHLUSS

Eine schöne Sammlung an Rezepten, mit denen man jeder Gartenparty einen netten Twist geben kann. Schön in Szene gesetzt, ja, allerdings auch ein wenig clean und ohne buntes Drumherum, welches sich gerade bei Street Food so gut anbietet. Alles in allem eine nette Ergänzung im Bücherregal, aber keine Offenbarung.

Weitere Kochbuch-Rezensionen findet ihr in unserer Reihe KÜCHENZEILEN.

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