Die Kistenkocher - jetzt wird gegrillt! | FOODBARN
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Die Idee hinter einer Obst- und Gemüsebox war mir schon immer sympathisch. Trotzdem konnte ich mich lange nicht dazu durchringen, einen großen Teil meines Lebensmittel-Budgets auf einmal dafür auszugeben und gleichzeitig wenig Einfluss auf den Inhalt zu haben. Die Auswahl in den Obst- und Gemüseabteilungen der Supermärkte brachte aber auch keine Lösung meiner first-world-problems: Regelmäßig stand ich da und zerbrach mir den Kopf, was diesmal in den Korb wandern sollte.

Das Angebot der Gemüseretter Etepetete überzeugte mich schließlich doch. Regelmäßig klingelt nun eine Kiste voll Gemüse und Obst mit Schönheitsfehlern an meiner Tür. Und hier erzähle ich, wie es ist, wieder mit dem hantieren zu müssen, was auf den Tisch kommt. Oder in die Kiste.

Text: Laura Vorsatz

Während Foodbarn schon gefühlte Wochen lang im Grillfieber ist, ziehe ich mit meiner Kiste auf den Balkon. Denn dieser Grillgemüse-Tipp war ja selbst für mich als passionierte Pflanzen-in-jeglichen-Variationen-Fresserin neu. Der Tipp sagt: Kein Hokuspokus veranstalten, bevor das Gemüse nicht auf dem Grill war! Keine tropfende Marinade, kein zu Kohlestaub verkommendes Paprikapulver und nix mit Olivenöl extra vergine während Feuer im Spiel ist. NEIN! Entspannen Sie sich. Zuerst wird indirekt gegrillt: Das Gemüse befindet sich in wohliger Wärme, entflammt aber nicht wie Knüppelkuchenteig im Lagerfeuer. Wenns durch ist, darf auch endlich gezaubert werden. In meinem Fall erfreuen sich Kartoffeln, Zucchini und Möhrchen der Wärme und baden dann in Olivenöl, Salz und Pfeffer. Eventuell lege ich heimlich auch selbstgekaufte Frühlingszwiebeln auf den Grill, einfach so im Ganzen. 1. Schmeckt das unfassbar gut, so süßlich-rauchig. 2. Komme ich mir, eine Zwiebel aus der Hand knabbernd, so schön naturverbunden vor. Apropos, was ist eigentlich das weibliche Pendant zum Naturburschen?

Krummes Gemüse Möhren Kartoffeln
Für den Grill ist das Gemüse gut, wie es ist. Sämtliche Gewürzaktivitäten sollten fern jeden Feuers vonstattengehen.

Beim Würzen des Ganzen setze ich auf einen Dip, dessen Grundton vom Kreuzkümmel übernommen wird. Ein Kochkurs, den ich in Indien absolviert habe, beeinflusst mein Kochen bis heute mit aller Macht: Kreuzkümmel, Kurkuma, verschiedenste Curry-Mixturen – sie sind meine besten Freunde. Am liebsten angeröstet in Öl oder klassisch indisch in Ghee, also geklärter Butter. Wenn du es schaffst, nichts anzubrennen, können die Hauptzutaten hinzukommen. Wenn nicht, auch. Und wer sich noch an den eingangs erwähnten Dip erinnern kann, nehme doch noch mit ordentlich Geschmacksträgern versehenen Joghurt, Salz, was Scharfes und Olivenöl zur Hand. Und ja nicht mit dem Kreuzkümmel geizen!

Beim Anblick der Galia-Melone (und keine Honigmelone, wie ich lernte – die hat nämlich kein raues Netz auf der Schale, sondern ist einfach nur in schnödes Gelb gekleidet) senden meine Synapsen in Sekundenschnelle eine Eilmeldung durch mein Haupt: Melone! Sommer! Melone! Salat! Das Küchenmesser gezückt und einmal über die Melone, Fetakäse und Walnüsse gehackt, entsteht der auf Spinat gebettete Melonensalat. Ich sags mal so: Mit Wassermelone wäre es besser gewesen. Manchmal ist so ein selbstgewähltes Kisten-Schicksal eines der Schwersten.

Foodbarn Spinat Melone Salat
Sieht lecker aus! Ist schließlich auch kein Foto aus meiner Küche.

Ein nie da gewesener Gast in meiner Küche ist die Landgurke. Sie schmeckt intensiver als die uns bekannte Salatgurke, bzw. „Schlangengurke“ – sieht aber aus, wie eine Einlegegurke. Nur größer! Doch bevor der Fermentierwahn mich zum wiederholten Male überkommen kann, entscheide ich mich für eine Schmor-Variante nach einem von meiner Mutter inspirierten Rezept. Es geht so: Man nehme alles Essbare, was das heimische Kühllager zu bieten hat und jongliere es gedanklich hin und her. Grundlage soll die Gurke sein. Etwas ausgehöhlt findet sich Platz für etwas rote Zwiebel und Tomaten aus der Kiste, ein Schwung Tiefkühlerbsen und frisches Raubgut aus dem Kräutergarten mit Salz und Pfeffer. Oben drauf platzieren sich Feta, Käse, Feta. Und Käse. Da kann nichts schief gehen.

Kistenkolumne

Worauf kochende Amateure wie ich so kommen, wenn ihnen die Zutaten vorgesetzt werden, gibts nun jede Woche auf Foodbarn.

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